Klingt ja einfach, macht noch Spass, aber was kommt als
nächstes …
Obwohl der Tandempilot alle Abläufe des Sprunges kontrolliert, muss Dir bewusst sein, dass du Dich anschickst an einer Extremsportart teilzunehmen. Zu Deiner eigenen Sicherheit musst Du die Anweisungen des Tandempiloten befolgen.
Mit einer Enhaftungserklärung, die Du zu Beginn unterzeichnest, ist der rechtliche Standpunkt geklärt.
Nach der Einweisung über den Ablauf, dem Einkleiden und dem Bodentraining geht es zum Flugzeug.
Die Anspannung steigt, trockene Kehle, wieso tu ich mir das an …
Nach einem Steigflug von ca. 20 Min. erreichen wir eine Absprunghöhe zwischen 3.000 und 4.000 m über Grund. Die Höhe kann je nach Freigabe durch die Flugverkehrskontrolle und den Wetterbedingungen variieren. Der Passagier wird kurz vor dem Ausstieg an vier Befestigungspunkten mit den Tandempiloten verbunden. Jeder hält eine Traglast von 2.500 kg und sorgt für eine sichere Verbindung zwischen Pilot und Passagier.
Nach dem öffnen der Flugzeugtüre wird es spannend. Tandempilot und Passagier setzen sich an die Ausstiegskante auf den Flugzeugboden, mit den Füssen im freien. Der Passagier greift mit gekreuzten Händen in die seitlichen Passagiergurte und gibt den Kopf in den Nacken, die Beine unters Trittbrett und drückt das Becken nach vorne. Und dann wird es ernst: Ready – Set – gooo…
Diese Aussicht, Blackout und das Erwachen, wooh …
Für einen kurzen Moment wird es Dir vielleicht den Atem verschlagen. Trotzdem bleiben nach dem Absprung die Hände verschränkt am Gurtzeug und das Becken vorgedrückt in Hohlkreuzhaltung. Nach Stabilisierung in eine saubere Freifalllage öffnet der Pilot den Drouge, einen kleinen Hilfsschirm, der den Freifall auf ca. 180 bis 200 km/h bremst. Nachdem der Tandempilot dem Passagier auf die Schulter klopft, darf dieser jetzt die Arme ausbreiten und den Freifall geniessen. Nach ca. 55 Sek. Freifall und dem Gefühl des freien Fliegens wird der Schirm in etwa 1.500m geöffnet.
Ob er mich auch mal lenken lässt …
Am offenen Fallschirm können sich Passagier und Pilot wieder unterhalten. Der Pilot lockert die seitlichen Befestigungspunkte um mehr Bewegungsfreiheit für die Schirmfahrt und bei der Landung zu bekommen. Während der entspannenden Schirmfahrt wird bereits die Landung vorbereitet. Der Pilot weist noch einmal auf die richtige Landehaltung hin und übt sie mit dem Passagier.
Alles vorbei? Keineswegs, jetzt kommt das Hochgefühl …
Vor der Landung nimmt der Passagier seine Beine in eine angehockte Position und hält die Oberschenkel unter der Kniekehle mit beiden Armen in die Höhe. Die Unterschenkel sind dabei nach vorne gestreckt. Auf das Kommando “Steht” stellt sich der Passagier mit beiden Beinen auf den Boden. Andernfalls bleiben die Beine vorne und sowohl Tandempilot als auch Passagier landen auf dem Hosenboden.